Inhalt
Schwulsein war im Sozialismus kein Thema. Das war ein „Überbleibsel dekadenter bürgerlicher Moral“ und würde sich schon von allein erledigen, dachte man. Da nach dem Zweiten Weltkrieg
auch die Verschärfung des § 175 anders als in der BRD im Osten wieder zurückgenommen wurde, konnte man dort zunächst freier leben – es wurde eben nur nicht darüber geredet. Wie man als
Schwuler in der DDR gelebt und geliebt hat, davon erzählen in diesem Film sechs Männer – und sind sich dabei keineswegs immer einig. UNTER MÄNNERN erzählt von Individualität in einem
uniformen System.
Pressenotiz
Zum ersten Mal fragt ein Film nach, wie Schwule in der DDR gelebt haben – darunter so unterschiedliche Männer wie der Künstler Jürgen Wittdorf und der Friseur Frank Schäfer, der
Bürgerrechtler Eduard Stapel und John Zinner, der sein Coming-Out in einem kleinen Dorf im Thüringer Wald erlebt hat. Befragt hat sie Ringo Rösener, Anfang der 1980er in der
DDR geboren, der wissen will, ob er als erwachsener schwuler Mann dort hätte leben können. Eltern und Großeltern kann man danach schließlich nicht fragen.
Begründung der Filmbewertungsstelle Wiesbaden zum „Prädikat besonders wertvoll“
Wer anders ist als die Norm, hat es schwer. In jeder Gesellschaft. Doch in einem Land wie der ehemaligen DDR, wo der Staat die Norm diktiert, ist es noch viel schwerer. Schwule und Lesben
wurden, wenn sie sich für ihre Rechte und gegen das staatliche Verschweigen einsetzten, zu Staatsfeinden erklärt. Die Möglichkeit, die eigene Sexualität zu entdecken und auszuleben, wurde
als zu korrigierende Verfehlung abgestraft. In ihrem bemerkenswert persönlichen Dokumentarfilm gehen Markus Stein und Ringo Rösener der Frage nach, wie Homosexuelle in der DDR lebten und
unter welchen Restriktionen sie leiden mussten. Künstler kommen zu Wort, Schriftsteller, aber auch Politaktivisten und Theologen, die sich gegen die Ungerechtigkeiten des Staates auflehnten.
Die Protagonisten geben viel von sich preis, erzählen Persönliches, aber auch viel Allgemeingültiges. Somit kann der Film über Homosexualität in der DDR als Beispiel für viele Länder gelten,
ob Ost oder West. Ein gelungenes und pointiert erzähltes Plädoyer für das Recht auf selbstbestimmte Sexualität und die Freiheit, einfach nur man selbst zu sein.
Festivals & Auszeichnungen
62. Internationale Filmfestspiele Berlin, in der Reihe Panorama Dokumente
Nominiert für den Teddy Award 2012
Filmkunstfest Mecklenburg Vorpommern 2012
FiSH Rostock 2012
6. Neisse Filmkunstfest
Out Takes Filmfestival New Zealand 2012
Mit:
Jürgen Wittdorf
Christian Schulz
Helwin Leuschner
Eduard Stapel
Frank Schäfer
John Zinner
Jürgen Lemke
Crew:
Regie: Markus Stein, Ringo Rösener
Buch: Ringo Rösener
Kamera: Bernadette Paassen
Ton: Aka F. Umme, Thomas Funk
Schnitt: Martin Menzel, Markus Stein
Schnittassistenz: Christoph Sturm
Musikaufnahme: Moritz Denis
Gesang: Barbara Kind
Sounddesign: Christian Eichler
Tonmischung: Hans Kölling
Farbkorrektur: Tobias Wiedmer
Produktionsleitung: Peter Effenberg
Produktionsassistenz: Geraldine Prange
Filmgeschäftsführung: Sven Schmidt, Anne Stephan
Produzent: Olaf Jacobs
Koproduzent: Björn Koll
Redaktion MDR: Katja Wildermuth
Dank an:
Deutsches Rundfunk Archiv
Wieland Speck
Progress Film-Verleih
Sonntags Club. e.V., Michael Unger
Schwules Museum Berlin, Jens Dobler
Bob Young und dem Team des GMF Berlin
Schulmuseum Leipzig
Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Anette Marx
Stadtarchiv Leipzig, Heike Gärtner
Sächsisches Staatsarchiv, Stefan Gööck
Landesarchiv Berlin, Herr Nowack
Redaktion Geschichte und Gesellschaft des MDR
Holger Siemann, Claus Löser, Mario Röllig, Peter Gotthardt, Karin Leske, Sabine Matthiesen
Eine Koproduktion der Hoferichter & Jacobs GmbH
mit
MDR FERNSEHEN
und der Salzgeber & Co. Medien GmbH
gefördert von
MDM - Mitteldeutsche Medienförderung
Deutscher Filmförderfond
Kulturstiftung des Freistaates SachsenKulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern.
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