Synopsis
Trotz katastrophaler Ausgangsbedingungen nach 1945 beschloss die DDR-Führung, den Ostseezugang wirtschaftlich zu nutzen.
Die mit dem Grimme-Preis 2011 prämierte Doku "DDR ahoi!" erzählt vom Aufstieg und Niedergang der DDR-Seefahrt.
1. Teil: Kleines Land auf großer Fahrt
Matrose war in der DDR ein begehrter Beruf. Man verdiente gut und kam in der Welt herum,
während die Mehrzahl der DDR-Bürger nur mit dem Finger über den Globus fahren durfte.
Die Schiffe am Ostseehorizont weckten im begrenzten Land Träume und Sehnsüchte.
Die DDR als Seefahrernation? - Für den Staat war es ein schwieriger Anfang.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es auf dem Territorium der sowjetischen Besatzungszone kein
einziges fahrtüchtiges Schiff. Die Hafenanlagen von Rostock, Stralsund, Wismar und Saßnitz waren
größtenteils zerstört. Was noch funktionierte, wurde als Reparationsleistung an die Sowjetunion
gezahlt. Trotz der katastrophalen Ausgangsbedingungen beschloss die DDR-Führung, den Ostseezugang
wirtschaftlich zu nutzen und eine Fischerei- und Handelsflotte aufzubauen. In den 60er-Jahren
entstand in Rostock ein neuer Überseehafen, die ganze Republik wurde für das Projekt mobilisiert.
Ein eigener Hafen sparte Devisen und verbesserte die Bedingungen für den Außenhandel.
So gelang es der DDR in den folgenden Jahren, eine beachtliche Handelsflotte aufzubauen und mit großen Trawlern auf den Weltmeeren zu fischen.
2. Teil: Unterwegs auf allen Meeren
Sogar zwei "Traumschiffe" leistete sich der Arbeiter-und-Bauern-Staat.
Die DDR hatte die Weltmeere erobert. In den 80er-Jahren gehörten fast 180
Schiffe zur Handelsflotte, dazu kamen noch über 100 Fischereischiffe.
10.000 Mann Besatzung fuhren nun zur See. Im Fernsehen wurden maritime
Unterhaltungssendungen präsentiert. Den Daheimgebliebenen verschwieg man
jedoch, dass die "Traumschiffe der DDR" auch regelmäßig an westliche
Reiseveranstalter vermietet wurden, dass sich auf großer Fahrt immer
wieder Fluchtversuche ereigneten, dass die Fischfangergebnisse schon
Ende der 70er-Jahre schlechter wurden und die strahlende DDR-Flotte
immer mehr an Glanz verlor.
3. Teil: Helden der See
Der dritte Teil von "DDR ahoi!" ist mit Hilfe der Seefahrer selbst entstanden.
Sie haben der Redaktion umfangreiches Material geschickt: Filme, Fotos und Erlebnisberichte.
Im Mittelpunkt von "Helden der See" stehen die persönlichen Erfahrungen der DDR-Seefahrer.
Diese berichten vom Bordalltag, von Landgängen, von Frauen an Bord, von abenteuerlichen
Tiertransporten, aber auch von Schwierigkeiten, sich in den kurzen Zeiten zwischen den monatelangen
Seereisen wieder zu Hause zurechtzufinden. Sind doch die Erfahrungen, die sie in der Ferne gemacht
haben, meist wenig vereinbar mit dem Alltag in der DDR.
Preise
Grimme-Preis 2011 in der Kategorie Information & Kultur
Festivals / Screenings
2011
Verkehrsmuseum Dresden, Mai 2011 (3. Teil)
FiSH Filmfest, Rostock, Mai 2011 (3. Teil)
Filmkunstfest Mecklenburg Vorpommern, Schwerin, Mai 2011 (Premiere 3. Teil)
2010
dokumentArt Neubrandenburg, Oktober 2010
Filmfest Wismar, Oktober 2010
Filmkunstfest Mecklenburg Vorpommern, Schwerin, Mai 2010
Meereskunde Museum Stralsund, Mai 2010
Societät Rostock Maritim, Mai 2010
Crew
Buch & Regie: Lutz Pehnert
Kamera: Thomas Simon, Andreas Stahl (3. Teil)
Ton: Jan Klonowski, Konstanze Pehl (3. Teil)
Schnitt: Thomas Kleinwächter
Musik: Eike Hosenfeld, Moritz Denis, Tim Stanzel
Mischung: Sven Piesker
Sprecher: Thomas Dehler
Recherche: Gundula Fasold
Produktionsleitung: Peter Effenberg
Produktionsleitung (MDR): Frank Seidel
Produktionsleitung (NDR): Daniel Buresch
Produzent: Olaf Jacobs
Redaktion: Silke Heinz (MDR), Thomas Balzer (NDR)
Leitung: Wolfgang Fandrich (MDR), Sabine Rossbach (NDR)
© 2010/2011 Hoferichter & Jacobs GmbH in Koproduktion mit MDR und NDR Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern, gefördert durch die Filmförderung des NDR (1. & 2. Teil) und die Wirtschaftliche Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern. In Kooperation mit dem DRA.