Grenze

DDR, Februar 1986: Siegfried, Dirk, Thomas, Ren und Holger sind gerade mit der Berufsausbildung fertig, als sie ihren Einberufungsbefehl erhalten. Einsatzort: die innerdeutsche Grenze.
Sie sind fünf von Tausenden, die in jenem eiskalten Winter in den Grenzausbildungsregimentern gedrillt werden. Immer wieder trichtern ihnen die Offiziere ein, sie müssten die Westgrenze des Warschauer Paktes gegen JEDEN Angriff schützen, aus JEDER Richtung, und Grenzverletzungen auch notfalls mit Waffengewalt verhindern. Später, in den 462 Tagen und Nächten am Grenzzaun, haben sie jedoch nur einen Gedanken: Hoffentlich kommt hier keiner, hoffentlich nicht bei mir! Und dann geschieht es doch, in der Nacht vom 25. Februar 1987 …

Nach 545 Tagen ist die „Asche“ beendet, die vier leben ihre Leben weiter. Die Armeezeit scheint nur eine sehr unangenehme, doch ohne Schäden überstandene Episode in ihrer aller Biografie zu sein.  

Doch keiner von ihnen ist mit diesem Thema fertig. Es ist der prägendste Teil ihrer Jugend, wenn nicht ihres Lebens. Aber keiner wagte bisher, darüber zu reden. Nun geschieht es erstmalig. Die vier treffen sich nach 17 Jahren wieder. Jetzt sehen sie die Fotos, die damals heimlich aufgenommen wurden – und sie sehen ihren unveränderten Einsatzort. Ein absurder Zufall sorgte dafür, dass bis jetzt exakt ihr Postenbereich erhalten blieb: ein paar hundert Meter originaler Mauer, B-Türme und Signalzäune – von insgesamt tausendvierhundert Kilometern innerdeutscher Grenze. „Grenze“ ist eine Reise an den gespenstisch konservierten Ort des Geschehens und eine Reise ins Innere der Protagonisten, an ihre seelischen Grenzen, eine Zeitreise.

Crew

Buch & Regie: Holger Jancke
Kamera: Peter Badel
Ton: Ullrich Menges
Schnitt: Dagmar Dick
Tonmischung: Raimund v. Scheibner
Musik: Alexander Istschenko
Sprecher: David Nathan, Nicolai Tegeler
Redaktion: MDR Katja Wildermuth
Produzent: Olaf Jacobs
Herstellungsleitung: Sibylle Wittmer

Produktion

Hoferichter & Jacobs Produktion