Geheimnis im sibirischen Eis

Erst war aus der Ferne ein tiefes Grummeln zu hören, bis sich plötzlich eine riesige Staubwolke über das Tal legte und alles bedeckte. Noch in Innsbruck zeigten die Messinstrumente ein Erdbeben an. Tatsächlich war an jenem Tag im Jahr 2007 ein 100 Meter breiter Gesteinsbrocken vom Einserkofel in den Südtiroler Dolomiten abgebrochen. Die Ursache: der Rückgang des ewigen Eises, des Permafrosts im Inneren der Berge.

Ein Viertel der Landmassen der nördlichen Hemisphäre sind permanent gefroren, nicht nur in den Polarregionen, sondern auch in Hochgebirgen und sogar in mittleren Höhen Europas. Es ist vor allem das Eis, was die Berge stabil macht. Wenn in einem Viertel dieser Erde, geprägt durch Eis im Untergrund, dieses Eis taut, dann verändert sich dort die Oberfläche, die Infrastruktur, das Ökosystem. Es gibt dramatische Veränderungen, erklärt Prof. Dr. Hans-Wolfgang Hubberten, Potsdamer Forschungsstellenleiter des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung.

Ein Filmteam begleitete deutsche und russische Forscher des Alfred-Wegener-Instituts auf ihrer Reise nach Sibirien und war hautnah dabei, als das einzigartige Klimaarchiv geöffnet wurde. Hoffnungsvoll richten sich auch die Blicke aus den Alpen nach Sibirien. Denn mit den Entdeckungen vom El Gygytgyn können auch hier die Gefahren, die mit dem schwindenden Permafrost einhergehen und die künftige Entwicklung der Landschaft besser abgeschätzt werden.

Festivals
Vedere la Science, Mailand, 2010
International Polar Year Film Festival, Oslo, Juni 2010

Crew

Buch & Regie: Jörg Poppendieck
Kamera: Guido Kilbert, Thomas Simon, Matt Sweetwood
Schnitt: Anne Berinni, Matt Sweetwood
Ton: Sven Piesker
Recherche: Simona Vogel, Carolin Scheffler, Gunnar Grah
Mischung: Sven Piesker
Sprecher: Frank Arnold
Produktionsleitung: Peter Effenberg
Produktionsleitung: MDR Jochen Papke
Redaktion: Roland Miethke
Redaktionsleitung: MDR Bernhard Wiedemann
Produzent: Olaf Jacobs

Produktion

© 2008 Hoferichter & Jacobs Produktion in Koproduktion mit dem MDR in Zusammenarbeit mit ARTE