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Ostfrauen – Wege zum Glück | Wege zur Macht | weg vom Herd

Selbstbewusst. Unabhängig. Erfolgreich. Was ist dran am Mythos Ostfrau? Drei dreiteilige Doku-Reihe von Lutz Pehnert und Antje Schneider sucht nach Antworten 

Während in der Bundesrepublik Jahrzehnte vor, aber auch Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer die Rolle der Frau in der Gesellschaft immer wieder thematisiert wird, galten die Frauen der untergegangenen DDR 1990 als gleichberechtigt und die Emanzipationsbewegung als abgeschlossen.

Die Erfahrungen der „Ostfrauen“ sind in den verschiedenen Generationen allerdings sehr unterschiedlich. Was sie eint sind die Prägungen aus DDR Zeiten, der Anspruch Beruf, Familie und persönliches Glück unter einen Hut zu bringen.

Heute, knapp 30 Jahre nach der deutschen Einheit, wird klar, dass der Unterschied zwischen ost- und westdeutschen Frauen das Land und sein Zusammenwachsen viel stärker bestimmt, als das einst abzusehen war, dass aber auch die Unterschiede sich viel länger halten als in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Die Dokumentationen der Reihe „Ostfrauen“ gehen diesem Phänomen auf den Grund. Dabei berichten Frauen verschiedener Generationen von ihren Erfahrungen in Familie, Politik und Arbeitswelt. Mit einem sehr gegenwärtigen Blick hinterfragen die Filme ebenso Prägungen aus DDR-Zeiten.

Ostfrauen – Wege zum Glück
Wenn es um ein erfülltes Leben geht, ist es vielen ost-sozialisierten Frauen bis heute wichtig, berufstätig und finanziell unabhängig zu sein und dennoch eine Familie zu gründen. Und die meisten Frauen im Osten sehen keinen Widerspruch darin, Kinder zu haben und arbeiten zu gehen, daher befürworten sie auch in höherem Maß eine Fremdbetreuung der Kinder bis hin zu Ganztagsbetreuung.

Das spiegelt sich auch in den bevorzugten Familienkonzepten wider. Während Westfrauen die Ehe als die größte Sicherheit für die eigene Zukunft sehen, neigen ostdeutsche Frauen bis heute eher zum partnerschaftlichen Zusammenleben ohne Trauschein, auch wenn es um die Elternschaft geht.

Die Frauen haben sich ihre Emanzipation nicht erkämpft, sie war Staatsdoktrin

Während in der Bundesrepublik Jahrzehnte vor, aber auch Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer die Rolle der Frau in der Gesellschaft immer wieder thematisiert wird, galten die Frauen der untergegangenen DDR schon 1990 als gleichberechtigt und die Emanzipation eigentlich als abgeschlossen.

Doch in der DDR gab es verschiedene Frauenbilder, ein von oben verordnetes und ein im Alltag gelebtes. Die Frauen haben sich ihre Emanzipation nicht erkämpft, sie war in der DDR Staatsdoktrin. Der Staat unterstützte Mütter mit kostenloser Kinderbetreuung, mit gleichem Lohn oder einem monatlichen Haushaltstag. Im Ergebnis arbeiteten die Frauen doppelt so hart, kümmerten sich um die Kinder und um den Haushalt – die Vollzeitstelle kam obendrauf. Doch ansehen durfte man ihnen den Stress nicht, die Frau im Sozialismus zeigte Stärke, Fleiß und Opferbereitschaft – und klagte nicht über die Mehrfachbelastung. Das prägt, bis heute.

Arbeiterin, Mutter und Hausfrau gleichzeitig

Während sich in der Bundesrepublik viele Frauen allein den Herausforderungen von Hausarbeit und Kinderbetreuung gegenübersahen, rieben sich die meisten DDR-Frauen zwischen den Rollen als Arbeiterin, Mutter und der Verantwortlichkeit für den Haushalt auf. Eine wirkliche Alternative zu diesem Lebensmodell bot die DDR jedoch kaum, auch wenn es für Mütter ein Entgegenkommen in Form von Kinderwunschpille, Babyjahr, Krippen und Kindergarten gab.

Im Wendeherbst 1989 wollten das Verbände wie der Unabhängige Frauenverband (UFV) für die Frauen im Osten noch ändern. Aber dann fiel die Mauer, und ein neues Wertesystem bestimmte fortan den Alltag der Menschen – und mit diesem neuen System wurden die Unterschiede deutlich und sie sind es bis heute.

Über ihre „Wege zum Glück“ berichten unter anderem Simone Brackrog, vielfotografiertes DDR-Model und heute Eventmanagerin, Noreen Klose-Hänsch, Mutter einer Großfamilie in Wittenberg und stellvertretende Museumsleiterin, sowie die Journalistin und Autorin Regine Sylvester, die in ihren Texten immer wieder einen Blick wirft auf die Unterschiede, die 40 Jahre getrenntes Deutschland im Leben der Frauen hinterlassen haben.

Ostfrauen – Wege zur Macht
Am Abend der jüngsten Bundestagswahl wurde das Phänomen öffentlich: Neben Bundeskanzlerin Merkel sitzen Katja Kipping von der Linkspartei und Katrin Göring-Eckardt von den Grünen in der sogenannten „Elefantenrunde“. Auf den anderen Sendern ein ähnliches Bild: Manuela Schwesig, Sahra Wagenknecht, Frauke Petry kommentieren die Wahlergebnisse. Alle diese Frauen haben ostdeutsche Biografien.

Wo wäre die Frauen- und Familienpolitik heute ohne die Wiedervereinigung?

Was bei der Deutschen Einheit und in den Jahren danach eher als Kuriosität betrachtet oder einfach abgetan wurde, wird hier offensichtlich: Es gibt wenig, wo Ost und West sich so stark im Alltag unterscheiden wie bei der gesellschaftlichen Rolle und dem Selbstverständnis der Frauen. Wenn Frauen so unterschiedlich sozialisiert sind, so unterschiedliche Prägungen in ihren Biografien haben – wie wirkt sich das aus auf den Wegen zur Macht?

Was passiert wenn sie dann Meinungsträgerinnen sind, bedeutsame Vorbilder, Gesetze erlassen, Unternehmen führen – ja, sogar ein ganzes Land regieren? Und wo wäre die Frauen- und Familienpolitik in Deutschland heute, hätte die alte Bundesrepublik mit der Wiedervereinigung nicht auch Millionen Ostfrauen mit ihrem ganz eigenen Selbstverständnis dazubekommen.

Der stille Siegeszug der Ostfrauen in den deutschen Eliten

Gunda Röstel gehörte 1989 in Sachsen zu den Mitbegründern des Neuen Forums. Sie blieb auch nach der Wende politisch aktiv, mischte bei den Grünen in der Bundespolitik mit. Heute versucht sie als Managerin ihre Erfahrungen als Ostdeutsche einzubringen.

Anke Domscheidt-Berg, Publizistin, Netzaktivistin und Bundestagsabgeordnete engagiert sich u.a. für Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Jana Schimke ist CDU-Politikerin aus Cottbus und seit 2013 im Bundestag. 2017 wurde sie zur „erotischsten Politikerin Deutschlands“ gewählt, was sie mit Humor zur Kenntnis nahm.

Bemerkenswert ist der stille Siegeszug der Frauen in den deutschen Eliten vor allem, weil hier nicht etwa eine Tradition fortgeschrieben wird, sondern etwas neu entsteht. Obwohl Frauen in der DDR in Männerberufen arbeiteten, Klempnerin oder Traktoristin waren, schafften es nur wenige in Leitungspositionen in Politik und Wirtschaft.

In der DDR gab es in den vierzig Jahren nur zwei Ministerinnen, Hilde Benjamin und Margot Honecker. Das ist heute anders und es sind Frauen aus dem Osten, die in der Politik weit oben mitspielen: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Katja Kipping von den Linken, Katrin Göring-Eckardt von den Grünen, die Sozialdemokratin Manuela Schwesig, die linke Sahra Wagenknecht und auch Frauke Petry, ehemals Chefin der AfD, gehören zu den prominenten Vorzeigefrauen deutscher Bundespolitik.

Ostfrauen – weg vom Herd
Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall wollen viele ostdeutsche Frauen ganz selbstverständlich einen Fulltimejob, sie gehen acht Stunden zur Arbeit und halten sich trotzdem für gute Mütter – häufiger als in Westdeutschland, wie neueste Studien zeigen. Und wenn Ostdeutsche in Wirtschaft oder Politik in Führungspositionen sitzen, dann haben sich eher ostdeutsche Frauen durchgesetzt. In manchen Regionen Ostdeutschlands verdienen sie sogar mehr als ihre Männer.

Aber fühlen sich berufstätige Frauen im Osten tatsächlich gleichberechtigter als die Frauen im Westen? Was machen sie anders? Woher kommt dieser zwanglose Umgang mit Karriere und Kind? Und was ist mit den Töchtern und Enkelinnen, wie stark hat sie die Geschichte ihrer Mütter geprägt?

Solveig Leo ist ein gutes Beispiel. Mit 75 Jahren ist sie längst im Ruhestand, aber noch immer arbeitet sie einmal pro Woche in der Landwirtschaft. Bereits mit Mitte 20 wurde die Mutter zweier Kinder zur LPG-Vorsitzenden gewählt.

Auch Viola Klein ist bereits mit 24 Jahren Leiterin einer Kindereinrichtung und heute, mit Ende 50, Chefin einer Software-Firma mit mehr als 300 Mitarbeitern.

Die Filme geben ein Erfahrungsbild aus dem Alltag von „Ostfrauen“ verschiedener Generationen und mit verschiedenen Berufen. Die begleitenden Daten hinterfragen den „Ist Stand“ der gegenwärtigen Gesellschaft und komplettieren damit das Bild von den „Ostfrauen“ in der Gegenwart.

Ostfrauen – Wege zum Glück | Wege zur Macht | weg vom Herd
Filme von Lutz Pehnert und Antje Schneider 

Crew

Filme von
Lutz Pehnert
Antje Schneider

Kamera
Andre Böhm
Carsten Waldbauer

Ton
Mario Krauss
Ulrich Menges

Schnitt
Thomas Kleinwächter
Thomas Reichl
Steffen Werner

Schnittassistenz
Philipp Kieseier

Mischung
Urs Hauck

 Musik
Eike Hosenfeld
Moritz Denis

Grafik
Maxim Knorz

Farbkorrektur
Christoph Sturm

Sprecherin
Anna Thalbach

Archivrecherche
Peter Kolano

Produktion

Produktionsleitung
Sabrina Volkmer
Evelyn Wenzel (MDR)
Rainer Baumert (RBB)

Produzent
Olaf Jacobs

Redaktion
Silke Heinz (MDR)
Jens Stubenrauch (rbb)

Eine Koproduktion der Logo Hoferichter & Jacobs GmbH
mit dem  rbb und MDR

© 2019

Ausstrahlungstermine

8. März 2019
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