9. Juni 2020
21:00 Uhr
MDR

Zielitz. Der Kampf ums Weiße Gold

In der Reihe DER OSTEN – ENTDECKE WO DU LEBST

Es gibt im mitteldeutschen Erdreich einen Schatz, der Regionen reich machen kann – wenn man seiner habhaft wird.

„Zielitz. Der Kampf ums Weiße Gold“ schildert die Geschichte eines Bergwerks in dem kleinen Börde-Ort Zielitz nördlich von Magdeburg. Ein Bergwerk, das es ohne das Risiko und den Einsatz mutiger Bergleute in der DDR heute nicht geben würde – und das zur Wendezeit in einen Treuhand-Krimi um Macht und Mammon gerät.

Die DDR nach dem Mauerbau 1961. Dem Land geht es wirtschaftlich schlecht. Es braucht Devisen, dringend. Es gibt nicht viel, was die DDR damals im Westen verkaufen kann – eines aber gibt es reichlich: den Rohstoff Kalisalz. Die Basis für Kali-Dünger, ohne den die Welt-Landwirtschaft nicht existieren kann. Außer der Sowjetunion und Kanada gibt es nur zwei Länder mit großen Kali-Vorkommen – die beiden Deutschlands.

Im Osten liegen die weit besseren Vorräte. Mit Millionen-Aufwand modernisiert die DDR deshalb nach dem Krieg ihre Bergwerke im Südharz und im Werra-Revier. Und Experten wissen: Es gibt noch mehr. Ein unerschlossenes Kali-Vorkommen, das größte Kali-Gebiet Mittel- und Westeuropas liegt nördlich von Magdeburg, unter Börde und Elbe. Aber die mächtigen Kali-Flöze der „Scholle von Calvörde“ liegen tief, bis zu 1.300 Meter unter der Erde. Jahrzehnte zuvor war ihre Erschließung gescheitert. Schächte waren abgesoffen, Unternehmer hatten ihr Vermögen verloren.

Aufbau des Werkes in Zielitz zu DDR-Zeiten
Anfang 1963 fasst die SED unter Walter Ulbricht einen spektakulären Beschluss: eine Investition von sage und schreibe 1,3 Milliarden Mark, eine der größten Investitionen der DDR-Geschichte, um das Kalisalz der „Scholle von Calvörde“ zu fördern. Das Forschungsinstitut des Kali-Kombinates im thüringischen Sondershausen erhält den Auftrag zu Erkundungsbohrungen. Wo ist wieviel Kali? Wie mächtig sind die Flöze? Wo ist das beste Salz, das mit dem hohen Kaliumoxidgehalt (K2O), der Goldwährung der Kali-Bergleute? Das Risiko ist hoch, denn die Mengen an Bohrkernmaterial sind gering.

Mehr geht nicht in so kurzer Zeit – 1964 muss es losgehen. Die Schachtbauer aus Nordhausen teufen die ersten Schächte. In allen Bergwerken des Landes werden neue Techniken extra für Zielitz erprobt. Am Dorfrand wächst ein 70 Meter hoher Förderturm in die Höhe und eine nagelneue Kali-Verarbeitungsfabrik wird gebaut. Die besten Kali-Experten werden nach Zielitz abkommandiert.

Export-Stopp, Neuorientierung und Treuhand-Krimi
Doch „vor der Hacke ist es dunkel“, sagt der Bergmann, weil man nie weiß, was einen unten im Berg erwartet. Flöze enden plötzlich im Nichts. Das Salz ist anders beschaffen als gedacht. Die Fabrik ersäuft Ende 1973 im Kali-Schaum. Und das vermeintlich so devisenträchtige Kalisalz aus Zielitz verstaubt den Hamburger Hafen samt Landungsbrücken derart, dass der Export gestoppt werden muss. Zu allem Überfluss soll das Kali-Werk dann auch noch Camping-Anhänger produzieren. Für den „Queck Junior“ nähen die Frauen des Kali-Werks Gardinen.

Doch all das kann die Bergleute von Zielitz nicht aufhalten – bis zum Ende der DDR. Dann gerät das Kali-Bergwerk von Zielitz in einen Treuhand-Krimi um Macht und Mammon. Denn Zielitz ist längst eine Perle auf dem Kali-Markt – und hart umkämpft.

Crew

Ein Film von Dirk Schneider

KAMERA & DROHNE
Marc Voigt

TON
Claus Störmer
Daniel Liepke

SCHNITT
Ferenc Stobäus

GRAFIK
Ronald Grüner

SPRECHERIN
Claudia Gräf

Produktion

PRODUKTIONSLEITUNG
Sibylle Mansour
Michael Eckstein (MDR)

PRODUZENT
Olaf Jacobs

REDAKTION
Katrin Hartig
Uta Kroemer

DANK AN
Gotlieb Hempel und Holger Lander für die Unterstützung!

Eine Produktion der Hoferichter & Jacobs GmbH

Im Auftrag des © MDR 2020

Ausstrahlungstermine

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